„Ist Musikerziehung überflüssig oder notwendig?“ Diese nur scheinbar provokante Frage war der Kern des Vortrags „Gedanken über Musikerziehung“, mit dem der Münchner Pädagoge Prof. Dr. Eckart Liebau das erste Plenum auf dem diesjährigen VdM-Kongress eröffnete – und erwartungsgemäß fiel die Antwort für Musikpädagogen günstig aus. Trotzdem tut es eben manchmal einfach gut, sich der Sinnhaftigkeit seines Berufs zu vergewissern. Jene Musikschullehrerinnen und -lehrer, die am letzten April-Wochenende ...
Böhmische Klänge in der Nürnberger Meistersingerhalle warten auf mich! Im Vorfeld des Konzerts der Nürnberger Symphoniker unter der Leitung von Alexander Shelley weiß ich gar nicht, worauf ich mich mehr freuen soll: Auf Dvořáks „Symphonie aus der Neuen Welt“ – ist sie doch eine meiner absoluten „all-time favourites“ – oder auf das Cellokonzert Nr. 1 H 196 von Bohuslav Martinů, und zwar insbesondere auf dessen traumhaft schönen langsamen Satz. Zumal ich äußerst gespannt auf den Solisten bin, den ...
Aktualisiert: 13.04.2013 um 16:03 von juliahartel
Manchmal hat ein winziger Moment Auswirkungen auf ein ganzes Leben. In meinem Fall war das der Moment, in dem ich mich Hals über Kopf fürs Cellospielen entschied. Ich war sechs und ziemlich eindeutig musikalisch, weswegen meine Eltern mich an der Musikalischen Früherziehung in der Städtischen Musikschule meiner Heimatstadt teilnehmen ließen. Nach einiger Zeit sollte man ein Instrument wählen, das man erlernen wollte. Ich meldete mich für Klavier, wie die meisten Kinder in meiner ...
Saiten – auch Stahlsaiten – sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Meine A-Saite (die „softe“ von Larsen, klanglich wunderbar!) wollte mich vor vielen Monaten an diesen Umstand offenbar wieder einmal erinnern und riss. Ich zog eine alte Pirastro auf (Chromstahl auf P.E.T., „medium“), kam mit ihr so halbwegs zurecht, wünschte mir aber, da ja nicht nur sie, sondern auch die restlichen, noch intakten Larsen-Saiten schon etliche Jährchen auf dem Buckel hatten, einen kompletten neuen Satz ...
Aktualisiert: 07.03.2013 um 10:45 von juliahartel
Die Konzerte im Foyer des Schweinfurter Theaters sind eine feine Angelegenheit an einem recht seltsamen Ort: Dort, wo die Architektur auf halbem Weg zu den Rängen eine Pause einlegt und sich mit einem tiefen Atemzug ihrer Herkunft aus den 60er-Jahren besinnt (also auf einem fulminant nüchternen, vom Willen zur Halle beseelten Treppenabsatz), versammelt sich die verschworene Gemeinschaft der Konzertmieter, um etwas andere Musik zu hören. Die überschaubar bestuhlte Fläche, aus der sich zwei Aufgänge ...