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Bow Hold Buddies und Cellophant im Test: Griffhilfen für Geige, Bratsche und Cello

Bow Hold Buddys - Griffhilfen für den GeigenbogenEin Mini-Zoo für Geige, Bratsche und Cello: Die „Bow Hold Buddies“ und der „Cellophant“ versprechen Spielfreude und leichteres Lernen. Wir haben die bunten Griffhilfen in einem gründlichen Praxistext ausprobiert, die die Instrumentalpädagoginnen Ruth und Martha Brons von Things4Strings in Livingston, New Jersey entwickelt haben.

Geigespielen ist schön, macht aber viel Arbeit: Karl Valentins berühmte Feststellung über Lust und Last der Kunst lässt sich perfekt auf das Erlernen eines Streichinstruments anwenden. Das Spiel mit dem Bogen auf der Saite überfordert wohl jeden Anfänger, denn zu viele Feinheiten, ungewohnte Bewegungen und Haltungen sind zu erlernen – und gleichzeitig zu beachten. Aber auch Fortgeschrittene, ja selbst professionelle Musiker müssen diese komplexen Probleme immer wieder in kleinere Portionen aufteilen, um sie bewältigen zu können: Schwierige Stellen werden in ihre einzelnen griff- und strichtechnischen Aspekte zerlegt, diese dann separat geübt, um nach und nach wieder zueinander zu finden. Was dabei stört, muss zunächst einmal ausgeblendet werden können, um sich Erfolge Schritt für Schritt zu erarbeiten.

Eine Schlüsselstellung in diesen Lernprozessen nimmt die Bogenhaltung ein, vor allem deshalb, weil sie so große Auswirkungen auf den Klang hat – und damit auf die Freude am Üben und am Spielen überhaupt. So ist bei allen Streichinstrumenten nicht nur die linke, sondern auch die rechte Hand eine Welt voller Geheimnisse: welche Aufgabe jeder der fünf Finger hat, wie sie zusammenwirken und welche Rolle schließlich das Handgelenk dabei spielt, will gründlich erkundet sein. Die Methode der Wahl ist auch hier, nicht alles auf einmal zu wollen, sondern schrittweise zu lernen; die Kunst ist, dabei noch mit motivierender Freude musizieren zu können.

Cellophant - Griffhilfe für den Cellobogen

Wie funktionieren die Bow Hold Buddys und der Cellophant?

Diese Methode verfolgen die „Bow Hold Buddies“ und der „Cellophant“ mit beispielloser, schon rein optisch unübersehbarer Konsequenz: ein anatomisch geformter Buddy-Frosch thront auf dem Geigenbogen und hilft, Zeige- und Mittelfinger richtig zu positionieren; ein kleineres Accessoire in Gestalt eines Fisches bietet dem kleinen Finger eine vollkommen abgesicherte Aufsatzstelle. Ähnlich der Cellophant am Cellobogen, dessen gebogener Rüssel den Daumen aufnimmt, während der große Körper auf der gegenüberliegenden Seite die Finger rundet und ausrichtet. So ungewöhnlich der Anblick eines Bogens mit derart massiven Aufbauten ist, so vollständig sichern die Griffhilfen eine korrekte Handposition. Die Unterstützung geht dabei viel weiter, als man es von anderen Griffhilfen kennt, etwa dem auch in Europa verbreiteten „Bowmaster“; für das Cello ist uns sogar kein vergleichbares Produkt bekannt. Ruth Brons hat das Konzept der „Bow Hold Buddies“ als „passiv-aggressive Anpassung an bestimmte Fingerpositionen“ schön auf den Punkt gebracht. Fehler machen kann man da nur noch mit großer Mühe, bestätigt die österreichische Violinistin und Geigenlehrerin Susanne Hehenberger, die die „Bow Hold Buddies“ für violinorum getestet hat: „Bei ca. 98% meiner Schüler war eine sofortige Lockerheit und Beweglichkeit der rechten Hand bemerkbar. Nur eine hat es geschafft, den kleinen Finger trotz des Fisches weiter steif zu halten.“

Test-Erfahrungen mit Bow Hold Buddys und Cellophant

Diese Lockerheit ist der wichtigste unmittelbare Vorteil der „Bow Hold Buddies“, denn sie befreit von vielen typischen Anfängerproblemen und eröffnet einen erheblichen Spielraum für den frühen Unterricht auf Geige und Bratsche. Über diese Entlastung hinaus versprechen die „Buddies“ und der „Cellophant“ aber auch, das Erlernen der richtigen Handhaltung zu fördern bzw. Fehlhaltungen zu korrigieren. Die Idee ist, dass die passive Positionierung durch die Griffhilfen in die Hand „übergeht“. Wie gut das funktioniert, können wir noch nicht beurteilen, dazu sind einige Wochen Testzeit zu kurz. Sobald aber die ersten Schüler unserer Tester ihre Hilfen wieder ablegen, werden wir nachtragen, was die Hilfen bewirkt haben.

Die richtige Anwendung der Griffhilfen war in unseren Tests kein wirkliches Problem. Insbesondere die „Bow Hold Buddies“ für Geigen- und Violabögen sind, einmal montiert und richtig eingestellt, intuitiv zu benutzen. Eine sinnvolle Ergänzung zur illustrierten Gebrauchsanweisung auf der Packung sind die Video-Tutorials auf www.things4strings.com (s. auch unten auf dieser Seite). Dort wird auch die Montage genau erklärt und vorgeführt. Wie sich im Test gezeigt hat, sollte man sich für die richtige Einstellung der „Bow Hold Buddies“ durchaus ein paar Minuten Zeit lassen. Wird z. B. der Buddy-Frosch falsch positioniert, kann das Zeige- und Mittefinger dazu verführen, sich „an ihm festzuklammern“.

Dieses Thema ist auch deshalb nicht ganz unwichtig, da die Griffhilfen von Things4Strings in einer einheitlichen Größe geliefert werden. Alle Schüler in unserem Test benutzten also die gleichen Accessoires, und das immerhin in einer Altersspanne von 5 bis 45 Jahren! Geigen- und Bratschenschüler hatten mit ihren „Bow Hold Buddies“ gleichwohl keinerlei Probleme, und angesichts der spürbaren Entlastung haben sich auch Erwachsene nicht am kindgerechten Design gestört. Als etwas erklärungsbedürftiger hat sich der Cellophant gezeigt, der die Hand weniger bestimmt auf eine vordefinierte Haltung festlegt und in der Anwendung flexibler ist. Hier kann der Cellolehrer sowohl stärker seinen eigenen Präferenzen Rechnung tragen als auch unterschiedliche Handgrößen berücksichtigen: Für die Daumen-Hilfe kann eine passende Stellung am Rüssel, Kinn oder zwischen Kinn und Ohr des Elefanten gesucht werden; und auch auf der gegenüberliegenden Seite bieten sich mehrere Optionen für die Platzierung der anderen Finger. Wer glasklare Anweisungen nach dem Muster der „Bow Hold Buddies“ erwartet, kann hier zunächst irritiert sein; die größere Flexibilität ist aber für die Eigenarten des Cellogriffs durchaus zu begrüßen.

Unterschiedliche Rückmeldungen bekamen wir über das Gewicht der Griffhilfen von Things4Strings. Angesichts der großzügigen, markanten Formen vermutet man ungünstige Auswirkungen auf die Balance des Bogens, die aber bei den „Buddies“ für Geige und Bratsche gar nicht, und beim „Cellophant“ nur in Einzelfällen zu verzeichnen waren. Gerade für jüngere Schüler kann das zusätzliche Gewicht aber auch, worauf Ruth Brons hinweist, ein wünschenswertes Plus an Klangstärke bedeuten. Und das Vergnügen am unterstützten Strich gehört, wie schon gesagt, unbedingt zum Konzept dieser Griffhilfen.

Fazit

Die Griffhilfen „Bow Hold Buddies“ und „Cellophant“ von Things4Strings sind eine begrüßenswerte und gut durchdachte Erfindung, die die ersten Schritte im Geigen-, Bratschen und Cellounterricht wesentlich vereinfachen und erleichtern kann.

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Die Buddies werden auf einem Bleistift montiert geliefert, der nicht nur ein hübsches Gimmick ist, sondern zugleich auch zeigt, wie die Griffhilfen auf die Bogenstange geschoben werden müssen. Über den Preis der Griffhilfen haben sich die Schüler in unserem Test (bzw. deren Eltern) unterschiedlich geäußert. 29,95 USD für Buddy-Frosch und Fisch im Set, 19,95 USD für den Fisch allein und 29,95 USD für den Cello-Elefanten waren für viele kein Hinderungsgrund, während sich andere nach einer Leihmöglichkeit erkundigt haben. Musikschulen und Lehrer mit vielen Schülern können kostengünstigere Sets mit unterschiedlichen Ausstattungen erwerben.

Linktipps:

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Info-Link: Deutschsprachige Homepage des Herstellers „Things4Strings“ …

Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

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