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Brauche Hilfe bei Wertschätzung einer Geige

Hallo,
ich habe mich hier angemeldet weil ich im Moment nichtmehr weiter weiß.

Ich habe eine Geige zuhause, von einem Erbauer wo in Wikipedia schon steht das solche Exemplare schon für mehrere millionen verkauft worden sind.Und das sie mittlerweile zu den begehrtersten Streichinstrumenten der Welt zählen.

Meine Frage nun.
Falls sie wirklich solch eine sein sollte an wem wende ich mich da? Museen,Gutachter…?

Vieleicht kann mir hier einer hilfreiche Tipps geben.

Gruß Mario

Autor:

Mitglied von violinorum.de

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. nce

    Hallo Mario, herzlich willkommen bei Violinorum! 🙂 Eine grobe Einschätzung, woher die Geige kommt und was sie ca. wert ist, sollte Dir ein Geigenbauer in Deiner Nähe geben können. Evtl. findest Du gleich einen in unserem Verzeichnis …

    Sollte es sich tatsächlich um ein besonders wertvolles Stück handeln, hilft Dir nur ein möglichst international anerkannter Experte weiter. Wer da empfehlenswert ist, hängt etwas von der tatsächlichen Herkunft der Geige ab – es gibt Fachleute für diese und jene Region, diesen und jenen Meister usw.

    Du kannst auch gern Fotos hier einstellen, es gibt kundige Mitglieder im Forum, die bestimmt etwas dazu sagen können. Natürlich immer unter den Vorbehalten, die eine Fernbetrachtung via Internet so mit sich bringt. Weißt Du mehr über die Vorgeschichte der Geige? Wem sie gehörte, wo und wann sie gekauft wurde etc.?

    Ohne Dich entmutigen zu wollen: Die allermeisten Dachbodenfunde halte nicht das, was z. B. ihre eingeklebten Geigenzettel versprechen. Das sind Geigen, die nicht für mehrere Millionen (Euro), sondern an zig Millionen (Musiker) verkauft worden sind 😉 Will sagen: Oft schmücken sich Instrumente aus Massenproduktion mit klangvollen Namen.

    Trotz alledem sind manchmal sehr gute Instrumente dabei – es lohnt sich also, der Sache etwas nachzugehen.

    Wenn Du Deine Geige hier vorstellen willst, fotografiere sie am besten einmal von allen Seiten: vorne, hinten, seitlich, und auch ein Detailfoto der Schnecke ist nicht unnütz. Die Bilder kannst Du einfach in eine Antwort einbinden – meld Dich ggf. bei mir, wenn Du Hilfe brauchst.

    Viele Grüße!
    Nils

    Antworten

  2. Hallo Mario!

    Auch von mir ein Willkommen! Stimme Nils 100%ig zu. Zum Thema „einfache Instrumente mit großen Zetteln“ ist das hier lesenswert: http://www.kontrabassblog.de/?page_id=416 .

    Eigentlich wollte ich dieser Tage hier noch einen Thread mit einer journalistischen „Glanzleistung“ eröffnen, der den Fund einer „Sperrmüll-Stradivari“ behandelt. Dies geschehe jetzt an dieser Stelle. Leider ist mir noch nicht klar geworden, ob das „Lamahaar“ von Geistlichen aus dem Himalaya oder von kamelartigen Huftieren aus den Anden stammt. Und da es scheinbar wohl möglich ist vom Bogen Rückschlüsse auf ein Instrument zu ziehen, muß die ganze Geschichte des Geigenbaus wohl neu geschrieben werden… Ich habe mich versichert, daß der Artikel weder zu einem ersten April geschrieben wurde, noch daß er ein Übersetzungsprogramm Schwäbisch-Deutsch durchlaufen hat. Der Finder zog mit seiner „Stradivari“ ja sogar ins Fernsehen, SWR3. Man hat nie mehr etwas davon gehört… Für mich sieht das Instrument nach allem möglichen aus, aber bestimmt nicht nach einer Alten Italienerin. Letztlich finde ich den Vorgang und den Artikel nur peinlich, wenngleich nicht ohne Schmunzelfaktor: http://www.schwaebische.de/region/biberach-ulm/munderkingen/stadtnachrichten-munderkingen_artikel,-Algershofer-findet-moegliche-Stradivari-im-Muell-_arid,5107040.html

    Grüße

    Thomas

    Sehr beeindruckt hat mich auch: Kirschholzbogen (!) aus der Stradivari(!)-Werkstatt.

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  3. Danke für die schnellen und umfangreichen Antworten.
    Ich werde die Tage mal Fotos hier einstellen.Evtl kann man dann dazu mehr sagen

    Gruß

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  4. Hallo Mario!

    Danke für die Rückmeldung. Ein weiteres sehr wichtiges Detail bei den Fotos ist der Übergang des Bodens zum Halsfuß auf der Rückseite der Geige.

    Grüße

    Thomas

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  5. nce

    Hallo Thomas, das gehört wirklich zu den dollsten Beispielen dieses Genres 🙂 Aus biographischen Gründen bin ich immer bereit, den älblerischen Lokaljournalismus in Schutz zu nehmen – und sage daher: *sauguade Gschicht* Vielleicht hatte der Autor genau so viel Spaß dabei wie die vermeintlichen Fachleute in der ominösen „Stradivari-Werkstatt“ zu Cremona, die sich auf einmal mit mehreren hundert Fotos nebst Papierfasern konfrontiert sahen. Seien wir also dankbar für das expressionistische Lesevergnügen 😎

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  6. Hallo Mario!

    Mein erster Eindruck, ohne jegliche Gewähr: Scheint mir doch eher ein Manufakturinstrument zu sein. Für ein hochwertiges Instrument hätte man kein Deckenholz mit derart unregelmäßiger Maserung verwendet, F-Löcher und Schnecke scheinen etwas grob ausgeführt zu sein.

    Echte Stradivari-Zettel mit Abkürzungen gibt es nicht, die lauteten eher „Antonius Stradivarius Cremonensis Faciebat …“ und Kreuz auf Wellenlinie im Doppelkreis. Aber auch millionenfach kopiert. Ist dann halt mehr eine Modellbezeichnung und erst seit ca. 1959 ist das Einleimen solcher Zettel aus urheberrechtlichen Gründen in Deutschland verboten. (Was nicht heißt, daß es auch im Hochpreissegment nicht gemacht würde, siehe hier: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39993 . Von dem, was die Herren Graf Cozio die Salabue, Luigi Tarisio – beide in der englischen Wikipedia – und Jean Baptiste Vuillaume in der Frühzeit des Stadivari-Hypes mit den Stradivaris und deren Zetteln angestellt haben gar nicht zu reden.)

    (*Siehe Nachtrag) Beim Transport aufpassen, daß der Steg in seiner unorthodoxen Position nicht umfällt, sonst gibt’s fürchterliche Kratzer durch die Feinstimmer. Eigentlich gehört der Steg auf eine gedachte Linie zwischen den inneren Kerben der F-Löcher. Wahrscheinlich befindet sich aber kein Stimmstock (kleines Stückchen Rundholz) mehr zwischen Boden und Decke, ohne dieses Stückchen Holz wird die Geige zerstört, wenn man Zug auf die Saiten gibt.

    Am Instrument – wenigstens scheint es nach den Fotos keine sichtbaren Risse zu haben – ist aber noch etliches zu tun um es spielfertig zu machen, das kann Dir am besten unverbindlich ein Geigenbauer sagen.

    Grüße

    Thomas

    *Nachtrag: Ich hatte zunächst den Rand des Saitenhalters für den Steg gehalten (kleiner Bildschirm…), die Kratzer sind ja schon da. Gar nicht so gut.

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  7. Wie schon festgestellt wurde sollte es sich um eine manufakturgeige handeln. Meiner Meinung nach ähnelt das Instrument sehr den Arbeiten der Markneukirchner Geigenmanufakturfabrik von Wilhelm Kruse.
    Solche Geigen wurden in großen Stückzahlen hergestellt und vorwiegend an Händler geliefert,als „verkaufsfördernde Maßnahme“ wurden div. Falschzettel verwendet.
    Gruß Geigenbauer aus Jena

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  8. nce

    @Baßverspielter Ich hatte zunächst den Rand des Saitenhalters für den Steg gehalten (kleiner Bildschirm…), die Kratzer sind ja schon da. Gar nicht so gut.

    Dem kann ich nur mit Nachdruck zustimmen! Ich würde den Saitenhalter schnellstmöglich mit einem Stofftaschentuch oder einem ähnlichen, sauberen und weichen Tuch umwickeln. Dann passiert erst mal nichts weiter.

    Aber auch die anderen Einschätzungen von Thomas unterstreiche ich meinerseits 🙂 Das ist sicher kein 6er im Geigenlotto, aber das bedeutet nicht, dass die Geige als Instrument wertlos wäre. Diese Manufakturgeigen wurden zwar in enormen Stückzahlen hergestellt und sehr oft mit wohlklingenden Zetteln „veredelt“, weshalb sie praktisch keinen Sammlerwert haben. Aber, wie schon gesagt, manche davon klingen überraschend gut.

    Was kann man Dir nun empfehlen? Es kommt darauf an, wieviel Zeit und ggf. Geld Du investieren willst. Die schnelle Variante ist, sie bei einem Online-Auktionshaus Deiner Wahl 😎 anzubieten, oder eine Kleinanzeige zu schalten. Letzteres kannst Du übrigens auch bei uns tun, es gibt eine eigene Rubrik dafür. Wenn dabei eine dreistelliger Betrag herauskommt, könntest Du IMHO schon zufrieden sein. Oder Du trägst sie tatsächlich erst einmal zum Geigenbauer, um den Reparaturaufwand einschätzen zu lassen und etwas mehr über die handwerkliche und musikalische Qualität zu erfahren. Dann kannst Du immer noch entscheiden, was Dir die Geige wert ist. Ich persönlich würde genau das machen.

    Vielleicht ist sie auch wirklich ein brauchbares Amateur-Instrument, und Du magst sie selber spielen? Das wäre am Ende nicht die schlechteste Alternative 😉

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