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Die richtige Schülergeige: Was ist wichtig für den ersten Unterricht?

Schülergeige macht Pause im ApfelbaumTeil 3 unserer Blog-Reihe mit Fragen und Antworten zum ersten Geigenunterricht: Welches ist die richtige Violine für Anfänger, und wie bekommt man sie? Die folgenden Tipps gelten natürlich auch entsprechend für andere Streichinstrumente wie die Bratsche oder das Cello.

Wir haben ja schon im Kapitel zu den Kosten des Geigenunterrichts erläutert, dass ein gutes Instrument nicht teuer sein muss, und überhaupt muss man sich nicht gleich eine Geige kaufen. Gerade für Kinder, die noch wachsen, empfehlen sich Schülergeigen zur Ausleihe besonders, denn auf dem Weg zur 4/4-Geige werden sonst mehrere Neuanschaffungen fällig – und wer weiß schon, ob sich die abgelegte Geige schnell und zu einem guten Preis verkaufen lässt.

Die meisten Anfänger und „Geigeneltern“ sind mit der Auswahl der richtigen Geige naturgemäß überfordert. Sie sollten deshalb unbedingt eine fachkundige Person ihres Vertrauens hinzuziehen. In der Regel wird dies der Geigenlehrer sein; ihm – bzw. ihr, wenn es eine Lehrerin ist – sollte man Schülergeigen, die man ins Auge gefasst hat, vor der Anschaffung zeigen. Viele Lehrer vermitteln selbst passende Streichinstrumente. Wenn es in der Familie oder im Freundeskreis erfahrene Streichmusiker gibt, sind auch sie gute Ratgeber, die man zusätzlich einbeziehen und fragen kann. Beim Geigenbauer und spezialisierten Händlern bekommt man Streichinstrumente meistens spielfertig, manchmal sogar handgearbeitet, auch Bögen und oft auch mit einer gründlichen Beratung – die zugleich eine gute Entscheidungshilfe ist, an wen man sich mit späteren Anliegen wie z. B. Reparaturen oder der Anschaffung von Zubehör wendet. Der Onlinehändler Corilon violins bietet zudem eine sehr nützliche Inzahlungnahme-Garantie an, mit der über die Jahre immer wieder upgegradet werden kann und „Geigenkapital“ aufgebaut wird, während die Miete einer Geige einfach verpufft.

Wichtige Eigenschaften einer Schülergeige

  • Der Klang muss gut sein, denn das Musizieren soll nicht zuletzt Freude machen, und nichts ist so demotivierend wie eine schlecht klingende Geige. Abgesehen von persönlichen Vorlieben sollte ein Anfängerinstrument einen kräftigen Ton haben und gut ausgeglichen klingen, so dass beispielsweise die e“-Saite nicht schrill herauskreischt, während sich die tieferen Saiten in einem undifferenzierten Gebrumm verlieren. Sehr wichtig ist auch eine leichte Ansprache, mit der die Violine auf den Bogenstrich „reagiert“; ein gut ansprechendes Instrument ist leichter zu spielen und lässt klanglich bei manch einer technischen Unzulänglichkeit der Anfangszeit Gnade walten.
  • Die richtige Größe ist ebenfalls sehr wichtig, damit gerade Schüler ihr Instrument auch richtig „im Griff“ haben und alle Töne leicht greifen können, ohne Krämpfe in die Finger zu bekommen. Die zahlreichen Größentabellen, die im Internet zu finden sind, bieten gute Anhaltspunkte – entscheidend ist aber, ob das jeweilige Instrument passt, was am besten Geigenlehrer und Geigenbauer beurteilen können. Eine neue Geige muss regelrecht „anprobiert“ werden.
  • Auch das Aussehen ist bei einer Schülergeige nicht zu vernachlässigen, wenn auch natürlich die Klangqualitäten immer einen gewissen Vorrang haben sollten. Anfänger und gerade Kinder lassen sich aber gern von den optischen Qualitäten Ihrer Geige faszinieren, dem Glanz ihres Lackes und der Holz-Maserung, den hübschen Windungen der Schnecke. Eine Geige, die man gern in die Hand nimmt, weil sie z. B. einen so schön geflammten Boden aus Ahorn hat, ist ein zusätzlicher Anreiz zum Üben; und ein Instrument, das man gerne sieht, mag man in der Regel auch viel lieber genau kennenlernen.

Ob ein Instrument als Schülergeige geeignet ist, hängt dabei nicht von seinem Alter ab. Geigen in der richtigen Größe gibt es sowohl frisch aus der Fabrik (oder von der Werkbank) als auch aus dem Antiquitätenhandel – selbst Kindergeigen im Format 1/8 kann man bei Spezialisten finden. Was das Aussehen angeht, ist die Entscheidung zwischen alten und neuen Geigen Geschmackssache: Manche lieben den Reiz antiker Patina, uralter Kratzer im Lack und vergilbter Geigenbauer-Zettel – andere bevorzugen die makellose Erscheinung frisch lackierter neuer Geigen. Auch für den Klang und seine Qualität kann man keine allgemeingültige Regel aufstellen, die die die Wahl zwischen alt und neu erleichtert. Manch eine alte Geige hat die besondere Reife im Ton, die im Laufe eines langen Instrumentenlebens entsteht. Diese Eigenschaft lässt sich aber nicht allen antiken Violinen pauschal nachsagen. Und wie es musikalisch komplett zerstörte Stradivaris gibt, überrascht manche neue Geige mit einer bezaubernden Stimme. Diese Eigenschaft können natürlich nur antike Streichinstrumente haben, die schon einige Jahrzehnte alt sind – wer eine „junge“ Geige gebraucht kauft, wie sie gerade in kleineren Größen regelmäßig in Kleinanzeigen u. dgl. angeboten werden, kann einige EUR sparen, erwirbt aber kein altes Instrument im beschriebenen Sinne.

Nicht vergessen: Den passenden Schüler-Geigenbogen!

Abschließend sollten Anfänger und Eltern nicht vergessen, dass es mit der Geige allein nicht getan ist – ein Geigenbogen gehört selbstverständlich auch dazu, und er muss ebenso zum Spieler wie zum Instrument passen. Auch ein sicherer Koffer, ein Kolophonium zum Einstreichen der Bogen-Behaarung und eine Schulterstütze (bei Geige und Bratsche) müssen sein; ein Notenständer ist sehr hilfreich, wo er noch nicht vorhanden ist. Viele Händler bieten deshalb Geigen-Sets an, die alles enthalten, was man zum Geigespielen braucht. Auch Geigenbauer stellen die nötigen Utensilien zusammen, wenn man bei ihnen ein Instrument kauft oder leiht. Ähnliches gilt auch für Leihinstrumente von der Musikschule – die allerdings nicht immer mit optimalem Zubehör ausgestattet sind: Besonders die Saiten und das Kolophonium sind oft die preisgünstigste, aber nicht die beste Wahl.

Alle Komponenten einzeln und auf eigene Faust auszuwählen setzt so viel an Erfahrung voraus, dass man sich für die erste Ausstattung besser auf den kundigen Rat verlassen sollte, der in einem gut abgestimmten Set steckt. Aber Vorsicht: viele besonders billige Anfänger-Ausstattungen wollen vor allem mit ihrem niedrigen Preis überzeugen, der irgendwann zwangsläufig auf Kosten der Qualität gehen muss.

Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

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