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Frage zur Anrede

Hallo,

ich habe mal eine Frage, die nicht direkt etwas mit Geige spielen zu tun hat.

Wie der eine oder andere schon im Forum mitbekommen hat, bin ich vor drei Jahren im „hohen“ Alter angefangen Geige spielen zu lernen. Meine Geigenlehrerin ist ungefähr ein Jahr älter als ich und wir haben uns von Anfang an gesiezt. Fand ich auch in Ordnung.

Jetzt hat sie mich in diesem Jahr mit in ihr Kammerorchester genommen, und ich soll da mitspielen. Die Leute haben mich auch nett aufgenommen, obwohl ich bisjetzt keine große Bereicherung der Gruppe bin.

Nun mein Problem:
In der Gruppe sind Kinder, Jugendliche, Kollegen und andere Leute, die anscheinend schon lange mit meiner Geigenlehrerin zusammen spielen und alle von dieser geduzt werden. Ich bin die einzige die sie in der Runde siezt und komme mir dabei sehr komisch vor.

Trete ich wohl ins Fettnäpfchen bzw. bin unverschämt, wenn ich ihr anbiete, mich auch zu duzen?
Gerade weil wir fast gleichaltrig sind, habe ich damit etwas Bedenken.

Autor:

Mitglied von violinorum.de

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo birgitjohanna!

    Also, ich finde es völlig normal, daß sich Musiker, die zusammen musizieren, duzen. Das ist keine Despektierlichkeit, sondern drückt ein Zusammengehörigkeitsgefühl beim gemeinsamen Tun aus. Das ist bei anderen Gruppen wie Sportlern, Motorradfahren oder Naturschützern auch so. Zumindest tue ich das ungefragt jüngeren bis etwa gleichaltrigen gegenüber, ich bin Mitte 50. Und Lehrer/in hin oder her – das „Du“ heißt ja nicht, daß man jemandem weniger Respekt entgegenbringt. Mein Lehrer ist ca. 25 jünger als ich – die Anrede war nie eine Frage zwischen uns, das „Du“ war von Anfang an selbstverständlich.

    Aus diesem Grund verwende ich auch in Musikerforen das „Du“ – schließlich hat man ein gemeinsames Interesse und warum sollte man da die Anrede distanzierter als nötig gestalten?

    Natürlich gibt es auch regionale Unterschiede: Als ich 1980 während meines Studiums von Freiburg nach Münster wechselte war ich doch sehr erstaunt, daß sich die Komillitonen teilweise in Münster siezten – aber das kann man ja mit ein paar Worten abklären.

    Grüße

    Thomas (und nicht „Herr W.“)

    Antworten

  2. Hallo birgitjohanna!

    Also, ich finde es völlig normal, daß sich Musiker, die zusammen musizieren, duzen. Das ist keine Despektierlichkeit, sondern drückt ein Zusammengehörigkeitsgefühl beim gemeinsamen Tun aus. Das ist bei anderen Gruppen wie Sportlern, Motorradfahren oder Naturschützern auch so. Zumindest tue ich das ungefragt jüngeren bis etwa gleichaltrigen gegenüber, ich bin Mitte 50. Und Lehrer/in hin oder her – das „Du“ heißt ja nicht, daß man jemandem weniger Respekt entgegenbringt. Mein Lehrer ist ca. 25 jünger als ich – die Anrede war nie eine Frage zwischen uns, das „Du“ war von Anfang an selbstverständlich.

    Aus diesem Grund verwende ich auch in Musikerforen das „Du“ – schließlich hat man ein gemeinsames Interesse und warum sollte man da die Anrede distanzierter als nötig gestalten?

    Natürlich gibt es auch regionale Unterschiede: Als ich 1980 während meines Studiums von Freiburg nach Münster wechselte war ich doch sehr erstaunt, daß sich die Kommilitonen teilweise in Münster siezten – aber das kann man ja mit ein paar Worten abklären.

    Grüße

    Thomas (und nicht „Herr W.“)

    Antworten

  3. nce

    Hallo birgitjohanna, was für ein Du ist das denn in Eurem Orchester? Ein allgemeines (dann würden die anderen auch Deine Lehrerin duzen, und einander) – oder duzt nur sie, z. B. weil sie viele noch aus Kindertagen kennt?

    In ersterem Fall (alle duzen sich) würde ich einfach noch ein bisschen abwarten, ich vermute, dass ihr die Differenz auch auffallen wird – möglicherweise ist das auch schon so, und sie traut sich ihrerseits nicht, Dir das Du anzubieten. Entweder das Problem löst sich innerhalb von drei, vier Wochen von alleine, oder Du kannst dann noch aktiv werden.

    Wenn sie aber „einseitig“ duzt, würde ich beim Sie bleiben – denn ein neu angebotenes Du wäre auf Gegenseitigkeit, was es dann bei den anderen nicht ist.

    Viele Grüße!
    Nils

    Antworten

  4. Danke für die Antworten.
    In der Gruppe ist es gemischt. Ich bin ja noch nicht so lange dabei, aber wie ich das verstehe, duzen die Jugendlichen unsere Lehrerin nicht.
    Aber die älteren Mitspieler duzen unsere Lehrerin auch zurück. Ich weiß natürlich nicht, wielange und wie gut die sich kennen, dazu bin ich zu kurz in der Gruppe.

    Ich fühle mich jedenfalls etwas ausgeschlossen. Aber ich denke, es ist besser, ich warte noch etwas ab, bevor ich etwas sage und damit ggf. in ein Fettnäpfchen trete, weil ich falsch verstanden werde.

    Viele Grüße

    Birgit

    Antworten

  5. Hehsu

    Hallo Birgitjohanna,

    wir hatten in unserem Orchester einmal auf einer zweiwöchigen Tournee einen (auch etwas älteren) Cellisten, der als einziger von unserem Chef gesiezt wurde und auch selbst alle gesiezt hat. Das war schon sehr eigenartig, da wir anderen untereinander alle per du waren. Auch mit den anderen älteren Musikern.

    Bei meinen Erwachsenen Schülern ergibt es sich fast immer in der zweiten oder spätestens dritten Srunde, dass wir zum „Du“ übergehen, weil es einfach persönlicher ist. Allerdings sind diese meistens entweder in meinem Alter oder jünger, da fällt es mir leicht, ihnen das anzubieten und sie sind immer froh darüber. Wirklich „ältere“ Schüler, also solche, die mindestens 20 Jahre älter sind, als ich, hatte ich noch nicht.

    Bei meinen Schülerkindern stelle ich immer wieder fest, dass manche „Sie“ zu mir sagen, obwohl ich mich allen mit meinem Vornamen vorstelle. Eltern duzen mich meistens, aber nicht alle. Eine Mutter war einmal dabei, die mich duzte, wenn alles in Ordnung war und mich siezte, wenn es irgendein Problem oder eine Unstimmigkeit gab…. Das hat mich ziemlich amüsiert….. 😉

    Auf jeden Fall wünsche ich dir /Ihnen viel Freude im Ensemble und es wird sich sicher ergeben, dass es für alle passt, wie ihr euch ansprecht.

    Viele Grüße aus Salzburg,
    Susanne

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