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Geige für Anfänger

Glücksmomente beim Geigespielen

Hallo,

nach einigen Jahren des Klavierspiels möchte ich nun ein zweites Instrument lernen. Dabei habe ich die Geige ins Auge gefasst. Ist eigentlich „Violine“ oder „Geige“ der Oberbegriff für die Streichinstrumente dieser Bauart? Ich habe dazu widersprüchliche Informationen aus dem Netz.

Zu meiner eigentlichen Frage: Als absoluter Anfänger suche ich eine kostengünstige Geige, die ich allerdings auch noch nach ein oder zwei Jahren des Übens mit Freude spielen kann.
Dabei möchte ich auf die Beratung örtlicher Geigenbauer verzichten, sondern mir eine Geige im Internet bestellen, ein Unterrichtsbuch kaufen und einfach loslegen, ohne mich lange mit Details aufzuhalten.
Kann mir jemand eine Geige empfehlen, sagen wir im Preissegment bis 200 €, die meinen Ansprüchen genügt?

Über Antworten würde ich mich freuen.

Freundliche Grüße

Autor:

Mitglied von violinorum.de

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo und willkommen Vio!

    Ja, gute Entscheidung Geige zu lernen; die Begriffe Geige und Violine sind völlig synonym, eine Geige ist eine Geige oder Violine, einen Oberbegriff gibt es dafür nicht.

    Alles andere ist dann genau so wie man es eben n i c h t machen soll. Für 200,–€ bekommst Du keine bespielbare Geige, egal was die Anbieter schreiben, ein spielbarer Bogen gehört auch noch dazu, fängt so bei 100,–€ mit Carbonbögen an. Also muß erstmal zusätzlich ca. >300,–€ beim Geigenbauer (!!!) investiert werden für die „Spielfertigkeit“ und das Instrument wird Dir ein bis zwei Wochen Freude bereiten, nicht Jahre. Schau mal, ob Du ein Geigenset für 20,–€ monatlich leihen kannst, da kommst Du besser weg. (Geigenbauer (!!!) kontaktieren oder „Streichinstrumente Verleih“ googeln.)

    Details: Braucht man nicht. Sofern man auf eine saubere Intonation, einen angenehmen Klang, Schmerzfreiheit, Haltungsschäden, diverse Bogentechniken etc. verzichten kann und will.

    Die Foren wie auch das Geigenforum oder Musiker Board sind voll mit Deiner Frage. Die Antworten sind meiner aber immer sehr ähnlich. Und das liegt nicht an Borniertheiten der gelernten Streicher sondern einfach daran, daß ein Streichinstrument z.B. kein Klavier ist. Und übrigens ist ein Streichinstrument nicht schwer zu erlernen, aber man braucht sehr viel mehr Zeit und Geduld als auf den meisten anderen Instrumenten. Mit einer „hoppla jetzt komm‘ ich“ Mentalität die alles ablehnt was sich in Jahrhunderten didaktisch sinnvoll entwickelt hat ist die Geige vielleich leider nicht das Instrument, das zu Dir paßt.

    Grüße

    Thomas

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  2. Gut, Einwände habe ich verstanden.
    Ich habe mir aber schon lange gewünscht mal Geige zu lernen und jetzt den Entschluss gefasst.

    Was hälst du davon? http://www.geigenverleih.de/geige-mieten.htm

    Kann ich denn Geige autodidaktisch lernen oder ist zwingend ein Lehrer in der Anfangszeit erforderlich?
    Zurzeit nehme ich Klavierunterricht, einen zweiten Lehrer kann ich mir einfach nicht leisten und ein Wechsel zu jemandem, der beide Instrumente unterrichtet, würde mir schwerfallen.

    Grüße

    Antworten

  3. Hallo Vio!

    200,–€ in einem „Rundum Sorglospaket“ zu 14,49,–€ monatlich macht 14 Monate, zumal bei einem Verleiher von dem ich keine negativen Bewertungen gehört habe – kommt mir als gutes Angebot vor.

    Meinen ersten Kommentar habe ich etwas scharf formuliert. Geigenschulen für Autodidakten kenne ich jetzt explizit nicht, bin ja aber auch kein Geiger. Denkbar wäre folgendes: Mal mit einer Schule anfangen, vor dem Spiegel geduldig Leersaiten und ganz einfache Sachen üben, dabei vor allem auf den Bogenwinkel achten. Wäre gut, wenn Dir jemand die richtige Bogenhaltung zeigen könnte – wobei es da mehrere gibt. Die Details… Und dann, so nach ein oder zwei Monaten doch mal ein paar wenige Stunden nehmen, vielleicht gibt es in Deiner Nähe eine Musikhochschule wo Studenten preisgünstigen Unterricht anbieten. Pensionierte Orchestermusiker machen das manchmal auch. Das hilft zumindest sich etwas völlig falsch anzugewöhnen.

    Auf Youtube gibt es ja zahlreiche „Geigenstunden“, weiß jetzt nicht in wie weit die sinnvoll sind, da mögen andere mehr wissen.

    Ich weiß jetzt nicht wie alt und talentiert Du bist und in welche Richtung es mit der Geige gehen soll, aber das scheint mir – unter Vorbehalt – eine Möglichkeit mit möglichst geringem finanziellen Aufwand sich dem Thema anzunähern. Ich weiß auch nicht wie weit Du auf dem Klavier bist, vielleicht ließe sich das Unterrichtsintervall für eine gewisse Zeit verdoppeln, so daß dann eher ein paar € für die Geige übrig bleiben.

    Grüße

    Thomas

    Antworten

  4. Hi, also ich spiele jetzt seit 2 Jahren. Ich hab mir bei Amazon eine Geige für 60 Euro bestellt und ob man´s nun glaubt oder nicht, die ist tatsächlich relativ gut für den Preis. Also mein Lehrer sagt, dass sie mit einer für 200 – 300 euro mithalten kann und war selbst angetan und überrascht. Sie ist super stimmfest, ich brauch kaum zu stimmen, der Klang ist auch ok und es ist noch nichts kaputt gegangen. Noch nichtmal eine Saite ist gerissen. Was nicht so gut ist, ist der Bogen und das Kolophonium, was dabei war, das hab ich inzwischen ausgetauscht. Also es muss nicht immer teuer sein. Vielleicht gibt es die Geige bei Amazon noch, also bei Interesse kannst du mir ja eine pn schreiben, will hier jetzt keine Werbung machen.

    MfG

    LG

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  5. Hallo Vio,
    ich würde unbedingt anfangs Unterricht nehmen am besten in einer Musikschule – da bekommt man gleich ein Leihinstrument dazu.

    Man kann oft auch den Unterricht nur für ein halbes Jahr nehmen.

    Während dieser Zeit würde ich auf eine eigene Geige sparen – Minimum dürfte 400 € sein bis zu 1200 € für eine gute „Schülergeige“.
    Ich habe mir mal „aus Spaß“ :rolleyes: – da war wohl zu viel Geld vorhanden – eine sogenannte Chinageige für 400 € aus dem Internet bestellt (Neuware).
    Die musste für noch mal ca. 100 € zum Geigenbauer, der den Steg richtig aufstellte und auch gleich einen neuen Steg anbrachte, denn der gelieferte war so „geschnitten“, dass die Saiten nur mit Mühe nicht gleichzeitig bespielt werden mussten.

    Diese Geige klang allerdings recht gut.

    Warum Unterricht?

    Ich denke, es ist einfacher, von einem Lehrer „live“ die Grundlagen zu lernen und sich korrigieren zu lassen (wie hält man die Geige und den Bogen? Wie übt man Vibrato? Wie spielt man unverkrampft? Wie wechselt man Lagen?).
    Während des Unterrichts entwickelt man auch Kriterien für eine eigene Geige: Wie soll sie (nicht) klingen? Lieber Darm-, Stahl- oder Kunststoffsaiten? (evtl. kann man in der Musikschule verschiedene Geigen/saiten probieren).

    Hat man die Grundlagen, kann man sich im kleinen Rahmen autoididaktisch weiter entwickeln.

    D.h. das, was man gelernt hat, kann man autodidaktisch auf weitere Stücke ähnlichen und etwas höheren Niveaus anwenden.

    Später lohnt es sich mMn, hin und wieder Einzelstunden bei einem Lehrer zu nehmen (Privatlehrer – muss man suchen), vor allem, wenn man alleine neue Stücke höheren Nivaus (als man gelernt hat) erarbeitet oder einfach Tipps zum Üben braucht, weil man nicht weiterkommt.

    Wenn man fleißig lernt, sollte man nach einem halben bis einem Jahr in der Lage sein, alleine sinnvoll zu üben, alleine neue Stücke auf „besserem Anfängerniveau“ zu spielen (vereinfachte Klassikversonen, Popsongs) und evtl. auch einfachere Originalstücke.

    Ich empfehle zur Begleitung/ Ermutigung das Buch „Cello üben“, in dem Übetechniken erläutert werden – das kann einen immer wieder motivieren, wenn man nicht weiter kommt, weil man zu schnell vorgeht, zu verkrampft ist oder einfach falsch übt (oder frustriert ist ;)).

    Für das Anfängerniveau gibt es zahlreiche Songbooks unterschiedlicher Stilrichtugen, so dass man schon eine Menge zu spielen/ üben hat, wenn man nicht gerade höhere Ambitionen hat – bekanntere Klassikstücke bekannter Violinisten sind meistens doch für Autodidakten zu schwierig, bzw. können wohl eher von Leuten erarbeitet werden, die 10 Jahre Unterricht hatten (Ausnahmen gibt es auch).

    Noch zur Geige:
    Die muss regelmäßig „gewartet“ werden – der Bogen muss alle paar Jahre bezogen werden, die Geige sollte mal nachgesehen werden, braucht neue Saiten, muss ggf. mal professionell gereinigt werden.

    Das sind jedes Mal Kosten im Bereich von 50 bis 150 €.

    Ein bisschen Geld sollte man für solche Fälle auf jeden Fall zurück legen.

    Wenn Du eine gebrauchte Geige kaufen möchtest, würde ich das mit Lehrer oder mit Ausprobieren machen.
    Für Letzteres brauchst Du ein bisschen Können, um beurteilen zu können, ob die Geige schlecht klingt oder nur Du noch nicht so weit bist.
    Auch klingt eine Geige am Ohr anders als aus der Entfernung – Geigen, die am Ohr gut klingen, können aus der Entfernung weniger gut klingen und umgekehrt.

    Wichtig ist auch die Wahl der Schulterstütze.
    Hier gibt es mehrere Modelle, die Du auf jeden Fall intensiv ausprobieren solltest, denn nicht jedes liegt jedem Spieler und eine nicht passende Schulterstütze lässt den Spieler verkrampfen.

    LG
    Frederica

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