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Mal wieder ein paar CD-Tipps!

In unregelmäßigen Abständen weise ich ja auf besonders interessante neue Streicher-CDs hin, die ich für´s Codaex-Blog rezensiert habe – unregelmäßig bedeutet in diesem Fall: ganz schön lange … höchste Zeit also für einen Nachtrag!

Pieter Wispelwey - Bach Cello Suiten, CoverDie bemerkenswerteste Veröffentlichung dieses Jahres ist für mich ganz ohne Frage Pieter Wispelweys dritte Einspielung der Cellosuiten von Johann Sebastian Bach. Normalerweise verschaffe ich mir von einer Rezensions-CD einen ersten Eindruck während der Arbeit, und höre dann nochmal vertieft rein. Ja, was soll ich sagen, dieser Vormittag war, zumindest für´s Tagesgeschäft, futsch … Diese Wirkung hat die CD nicht nur deshalb entfaltet, weil sie mir ausnehmend gut gefällt; das tun auch andere Aufnahmen. Wispelweys reichlich unkonventionelle Interpretation zieht aber mit ihrem enormen Detailreichtum alle Aufmerksamkeit auf sich, und selbst wenn man nicht in allen Dingen mit ihm einig ist, ist das, was er zu sagen hat, berauschend interessant. Allein klanglich ist die Aufnahme mehr als eigen, das auf 392 Hz gestimmte Barockcello ist wirklich eine eigene Welt. Daran scheiden sich gewiss die Geister, aber Widerspruch hat noch keiner mutigen künstlerischen Äußerung geschadet. Nun, lest mehr hier …

Arcangelo Corelli Concerti Grossi Avison Ensemble Pavlo Beznosiuk - CoverDass man in einem ziemlich kurzen Zeitabstand zwei außergewöhnlich gut gelungene, spielfreudige und kluge Veröffentlichungen zu besprechen hat, kommt so oft nicht vor, und der Herbst 2012 steht als ein solcher Glücksfall in meiner privaten Chronik. Denn nach Wispelweys Bach kam Pavlo Beznosiuk mit dem Avison Ensemble, und ihre Aufnahme der Concerti Grossi von Arcangelo Corelli ist eine wahre Freude! So farbenreich, ausdrucksvoll und sensibel musiziert habe ich die Concerti ehrlich gesagt noch nie gehört. Für die bald anstehende Geschenkehatz dürfte diese CD einer der heißesten Tipps sein, nicht nur, da natürlich auch das berühmte Weihnachts-Concerto enthalten ist. Wie bei den Bach-Suiten, ist auch diese Interpretation für aktive Streicher enorm inspirierend. Besser kann das Corelli-Jahr 2013 kaum anfangen. Mehr Hilfe zur Kaufentscheidung findet Ihr hier …

Die anderen drei CDs, die ich auf dem Tisch hatte, möchte ich ein wenig mehr zusammenfassen – nicht, weil sie mehr Worte nicht verdienen würden, ich möchte aber nicht zu viel aus meinen Rezensionen bei Codaex wiederholen. Und so unterschiedlich sie auch sind, sie haben einen gemeinsamen Nenner, als Erkundungen wenig bekannter kompositorischer Gegenden. An erster Stelle möchte ich die dritte Nummer der Günter-Raphael-Edition nennen, in der das Label Querstand kostbare Aufnahmen der Werke dieses zu sehr in Vergessenheit geratenen Komponisten versammelt. Die Kammermusik, die diese CD vorstellt, ist exzellente Unterhaltung, kreativ und sensibel – und oft umwerfend humorvoll! Lest mehr hier … Mit einer kühnen Programmzusammenstellung und mustergültigen Interpretationen hat mich sodann das Henschel-Quartett begeistert. Erwin Schulhoffs Streichquartett Nr. 1, die „Voces intimae“ von Jean Sibelius und das Streichquartett Nr. 1 „Die Kreuzersonate“ von Leoš Janácek sind schon ein Programm der Kontraste, und wenn es hervorragend durchmusiziert wird, kommen ganz erstaunliche Wechselwirkungen in dieser Epochenschau zustande. Welche das sind, habe ich hier notiert … Zuguterletzt verdienen auch die Pianistin Monika Knoblochová, die Flötistin Jana Semerádová und die Cellistin Hana Fleková unbedingt eine lobende Erwähnung. Ihre Rettungs-Expedition zugunsten ihres Landsmanns Leopold Koželuh ist ein feiner Streifzug durch das klassische Wien, der dem vielgeschmähten Pianisten und Komponisten sehr zugute kommt. Ein Stück mitgehen? Gerne hier …

Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

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