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Neujahrsrätsel 2014

Fragezeichen - die Mittwochsfrage auf violinorum.deIn unserem ersten Mittwochsrätsel des neuen Jahres suchen wir erneut nach einem Violinisten und Komponisten – und nach einem Ausnahmemusiker, dessen Biographie durchaus einige Analogien zu der von Georges Enescu aufweist, nach dem wir in unserem letzten Rätsel gesucht haben. Analogien, wenn man so will: Beide verbindet ihre Herkunft aus einem Städtchen Osteuropas (nicht aus derselben Stadt), beider Talent wurde bereits früh erkannt und gefördert, beide sind ebenso bedeutende Geiger wie Komponisten geworden. Und beide sind heute ziemlich in Vergessenheit geraten – zu sehr in Vergessenheit geraten, was ja nicht zuletzt daran zu erkennen ist, dass viele an unserem letzten Rätsel heftig zu knacken hatten.

Enescu und der Mann, nach dem wir heute fragen, gehören zudem praktisch der gleichen Generation an, ihre Geburts- und Sterbejahre liegen nicht weit auseinander. Und dennoch hat die Geschichte ihre Leben vollkommen unterschiedlich beeinflusst, entsprechend den weit voneinander entfernt liegenden Orten, an denen sie zur Zeit des nationalsozialistischen Terrors und des zweiten Weltkriegs lebten. Dass aus Enescu aber ein erfolgreicher, zu Lebzeiten sehr bekannter Violinist wurde (der eben auch komponierte und dirigierte), während unser Unbekannter nur wenigen als Komponist (der eben auch sehr gut Geige spielte) geläufig war, diese Ungleichheit liegt sicher nur zum Teil in den Zeitläuften begründet. Schreiben wir daher mehr über den Lebenslauf des letzteren, der, wie seine Musik, einer Wiederentdeckung fraglos würdig ist.

Er hat seine Wurzeln in der jüdischen Musik, und erhielt seinen ersten Geigenunterricht von seinem Vater, der als Vorbeter ein wichtiges Amt in der Synagoge innehatte. Mit sieben Jahren absolvierte er seinen ersten öffentlichen Auftritt in Warschau, und kam nur sechs Jahre später zum großen Leopold Auer ans Petersburger Konservatorium. Dort studierte er auch Musiktheorie und Komposition, was in dieser Zeit kaum möglich war, ohne von Alexander Skrijabin beeinflusst zu werden.

Nach dem Abschluss begann der gerade vierzehnjährige Musiker seine Karriere in Berlin, begegnete dort noch Joseph Joachim und erhielt die Anerkennung des alten Meisters. Eine Aufführung von Beethovens Violinkonzert mit dem Leipziger Gewandhausorchester ist ein weiterer Markstein, der auf eine vielversprechende junge Karriere schließen lässt – allein, es hielt ihn nicht in Berlin, vielmehr zog er zurück nach St. Petersburg, um sich im stillen Kämmerlein noch tiefer mit der Kompositionslehre zu beschäftigen. Ein Fehler, was die Erfolgsaussichten seiner Laufbahn angeht? Vermutlich.

1911 schrieb er hier das einzige Werk, für das er eine gewisse Bekanntheit bis in unsere Tage hinein erlangt hat: Ein ziemlich kurzes Stück über eine alte chassidische Weise, das er in nur einer halben Stunde zu Papier brachte, unter dem Eindruck eines Gesprächs mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft für jüdische Volksmusik. Jascha Heifetz hat diese Komposition berühmt gemacht, und auch heute ist sie immer wieder im Konzertsaal oder auf CDs zu hören, als Teil erstaunlich unterschiedlicher Programme. Merkwürdig, dass angesichts der Qualität und der Schönheit dieses Stücks die über 100 anderen Arbeiten unseres gesuchten Musikers so gründlich in Vergessenheit geraten sind!

Die Rückbesinnung auf die jüdische Musiktradition war für ihn beileibe keine Laune, sie bestimmte sein weiteres Leben und Wirken maßgeblich. Während eines zweiten Aufenthalts im Berlin der 1920er Jahre leitete er einen jüdischen Musikverlag, um Anfang der 1930er in die U.S.A. auszuwandern. Leider blieb ihm der berufliche Erfolg dort gründlich versagt, und er starb noch vor Kriegsende in Kalifornien.

Wer war’s?

Eine Woche lang könnt Ihr die Lösung hier oder auf unserer Facebook-Seite in die Kommentare schreiben. Unter allen richtigen Einträgen verlosen wir drei musikalische Gutscheine, im Wert von 10 €, 15 € und 25€, die Ihr in unserem Katalog oder bei einem Anbieter Eurer Wahl einlösen könnt. Da es beim letzten Rätsel etwas schwierig war, den dritten Preis zu realisieren, haben wir die Beträge etwas angehoben.

Ohne ein paar wichtige Angaben geht so ein Gewinnspiel leider nicht: Teilnehmen dürfen alle Besucher von violinorum.de, sofern sie unbeschränkt geschäftsfähig sind. Wir verlosen die Gewinne am 9.1.2014 unter all jenen, die bis einschließlich 8.1.2014 einen Kommentar zu diesem Posting geschrieben haben. Der Kommentar muss entweder die richtige Lösung der Rätselfrage beinhalten oder einen Beitrag zu der gesuchten Person. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, wenn sie gegen geltendes Recht oder die guten Sitten verstoßen. Jede Manipulation der Verlosung, z. B. mit gefälschten Identitäten oder Identitäten dritter Personen, ist nicht erlaubt und führt zum Ausschluss von der Verlosung. Die Mitarbeiter der violinorum Redaktion und von emersa media & consulting Inh. Nils-Christian Engel, Kranichfeld, können nicht an der Verlosung teilnehmen. Mit Eurem Kommentar erklärt Ihr Euch einverstanden, dass wir Euch im Falle eines Gewinns über die im Kommentar-Formular eingegebene Mailadresse kontaktieren dürfen. Persönliche Daten, die Ihr uns darüber hinaus bekanntgebt, werden ausschließlich zur Abwicklung der Verlosung verwendet und hinterher gelöscht, entsprechend dem deutschen Datenschutzrecht. Eure Ansprüche auf Auskunft usw. nach dem Bundesdatenschutzgesetz achten wir selbstverständlich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

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