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Notentipp: Tomaso Albinoni, Triosonaten – nun vollständig bei Breitkopf & Härtel

Tomaso Albinoni Triosonaten Vol4 CoverRaubkopien sind auch ein Maß für Erfolg, mindestens so sehr wie Verkaufszahlen. Und das ist beileibe kein Phänomen der Moderne – vielmehr machte man sich schon im 17. Jahrhundert die unautorisierte Kopie zu Nutze, um an die Bestseller zu gelangen. Die Trio-Sonaten op.1 von Tomaso Albinoni gehören zu diesen Bestsellern und sind nun mit der Herausgabe des 4. Teils auch vollständig ediert. Erschienen sind sie in der Reihe Musica Rara des Verlags Breitkopf & Härtel.

Den Wissenschaftlern lag für eine quellenkritische Ausgabe eine breite Auswahl historischer Editionen vor, die für den europaweiten Erfolg der Sonaten spricht. Zurückgegriffen werden konnte auf den Erstdruck von 1694 aus Italien und Exemplare aus Amsterdam sowie aus dem Bestand der sächsischen Hofkapelle. Damit konnten die Herausgeber genauer abschätzen, was vom Komponisten gewollt und was lediglich durch unterschiedliche Druckverfahren entstanden war – wie z. B. das Setzen der Balken, das in den Quellen unterschiedlich ausgeführt war. Für eine übersichtliche Ausgabe wurde die Notierung vereinheitlicht, so dass sich die Vielfalt und Schönheit der Musik Venedigs im 17. Jahrhundert dem heutigen Musiker auf einem überschaubaren Level offenbart.

Auch der Generalbass wurde für weniger erfahrene Spieler ausgesetzt, obwohl Musiker zu Albinonis Zeit mehr Freiheiten in der Harmonisierung genossen. In der vorliegenden Ausgabe übernahm Martin Lutz die Aussetzung, der auch an einer der wenigen Gesamteinspielungen der zwölf Sonaten mit dem Ensemble „Parnassi“ beteiligt war.

Tomaso Albinoni (1671-1751): Sonate a tre für zwei Violinen, Violoncello und Basso continuo, Opus 1, Sonatas X-XII. Herausgeber und Continuo-Aussetzung Martin Lutz. Breitkopf/Musica Rara MR 2274.

Autor:

Henriette Rosenkranz

Studium der Musikwissenschaft, Geschichte und Italienisch in Weimar und Jena

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