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Schnecke

Fertige Schnecke mit WirbelkastenDie Schnecke ist die am meisten verbreitete, traditionelle Form für den kunstvollen Abschluss des Wirbelkastens einer Geige (bzw. weiterer Streichinstrumente der Violin-Familie). Der kunstgeschichtliche Terminus Volute lässt erkennen, dass es sich bei der Schnecke nicht um ein spezielles Ornament des Geigenbaus handelt, sondern um eine Verzierung, die es in ähnlicher Form auch in der Architektur, der Bildhauerei und vielen anderen Künsten und Kunsthandwerken gibt, insbesondere der Barockzeit.

Fast fertige, unlackierte Schnecke - VorderansichtFür den Klang des Instruments ist die Schnecke praktisch irrelevant; gleichwohl kann man sie in gewissem Sinne als schönste Nebensache einer Geige bezeichnen. Als solche bietet sie dem Geigenbauer Raum zur individuellen Ausgestaltung und zur Demonstration seiner handwerklichen Fähigkeiten – eine „Visitenkarte“, an der viele Meisterinstrumente identifiziert werden können. Interessante Merkmale sind z. B., wie tief die Windungen ausgestochen wurden, die Gestaltung ihrer Kanten und die Geometrie der Voluten. Auch die Zahl der Windungen spielt eine Rolle – das auffällige sog. Maggini-Modell weist z. B. eine zusätzliche Windung auf.

Vorbereitende Schnitte vor dem Stechen der SchneckeIm Manufakturbetrieb werden Schnecken oft von spezialisierten Handwerkern in großen Stückzahlen gestochen und zur Weiterverarbeitung an auftraggebende Werkstätten weitergegeben. Im industriellen Geigenbau ist heute der Einsatz von CNC-Fräsen Standard.

Schnecke „im Block“Die kleine Fotogalerie auf dieser Seite wurde uns freundlicherweise von Geigenbaumeister Jean Severin in Weimar zur Verfügung gestellt und verdeutlicht den Entstehungsprozess einer Schnecke.

Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

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