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Im Gespräch: Ute Lieschke von Talanton Records

Talanton Records LogoJüngst feierte das junge CD-Label Talanton seinen ersten Geburtstag. Die ersten CDs, die wir weiter unten kurz vorstellen, lassen auf diese neue Reihe aus gutem Hause gespannt sein: Wie das seit 1993 bestehende und mehrfach ausgezeichnete Label Raumklang, die „ältere Schwester“ von Talanton, hat das neue Label seine Heimat auf Schloss Goseck in Sachsen-Anhalt. Wir sprachen mit Ute Lieschke über die Idee zu Talanton, bisherige und neue Projekte – und darüber, wie man die Glocke für gute Musik läutet.

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum erstjährigen Jubiläum eures neuen Labels Talanton! Nun ist Schloss Goseck die wahrscheinlich einzige Burg in Mitteldeutschland, auf der gleich zwei anspruchsvolle CD-Labels zu Hause sind – was ist die Idee an Talanton, und wie verhält sich das neue Label zu eurem ja sehr erfolgreichen Raumklang-Projekt?

Bei RAUMKLANG stand von Anfang an die Alte Musik im Mittelpunkt, viele CDs davon bieten Weltersteinspielungen auf historischem Instrumentarium. Bei Talanton fällt diese Spezialisierung weg, das Label bietet eine Plattform für Neue wie für Alte Musik, für Weltmusik ebenso wie Livemitschnitte. Der Musiker hat (fast) freie Hand und kann die Produktion maßgeblich mitbestimmen.

Ein Label für Musiker – worin erkenne ich als Hörer die Handschrift der beteiligten Künstler?

Da gibt es einmal das Coverbild, das die Musiker selbst bestimmen können und selbst bei der Entwicklung des Gesamtlayouts kann der Musiker maßgeblich beteiligt sein. Eingebettet in unser Talanton-Design verrät also jede einzelne CD sehr viel von der Handschrift der beteiligten Künstler. Auch die Textauswahl und Redaktion kann in Eigenregie der Künstler erfolgen, natürlich immer in Abstimmung und mit abschließendem Lektorat durch uns.

Gewisse Überschneidungen zwischen den beiden Labels Raumklang und Talanton sind also durchaus geplant – bedeutet das auch für Raumklang eine Neuausrichtung?

Für Raumklang bedeutet es eher eine Rückbesinnung auf die Alte Musik bzw. Aufnahmen mit historischem Instrumentarium und auf Eigenproduktionen. Während bei Talanton auch Fremdaufnahmen willkommen sind, sollten die Raumklang-CDs fast ausschließlich von Sebastian Pank aufgenommen werden und damit seine Vorstellung von einem idealen „Raumklang“ widerspiegeln.

„Talanton“ klingt gut – aber was bedeutet der Name?

Das Talanton ist ein Klangholz, das von orthodoxen Mönchen geschlagen wird, damit werden die Mönche zum Gebet gerufen. Im Logo finden sich Mönch und Talanton wieder. Darin spiegelt sich unser Wunsch wider, noch mehr Weltmusik ins Programm zu holen.

Noch ist die Zahl der Talanton-CDs überschaubar – welche liegt dir persönlich besonders am Herzen, und warum?

Da ist z.B. die montalbâne-Edition mit Livemitschnitten unseres Festivals, dort ist im Februar nun die Aufnahme „ad modum tubae“ mit den großartigen Les haulz et les bas erschienen. Die Unmittelbarkeit des Livemitschnittes spiegelt die mitreißende Spielfreude während des Konzertes in vollem Bläserklang wieder.

Wie geht es weiter bei Talanton, woran arbeitet ihr als nächstes?

Im Mai werden Haydns „Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ mit dem Leipziger LAETITIA-Quartett bei unserem Vertrieb Harmonia mundi erscheinen. Ein ungewöhnliches, fast schon meditatives Werk Joseph Haydns, das bisher viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Geplant sind außerdem Veröffentlichungen mit dem Dresdner Universitätschor sowie Musik aus dem Italien des 17. Jahrhunderts mit Ensemble Discordia.

Kontakt-Information:

TALANTON Records
Schloss Goseck
06667 Goseck
Deutschland

Tel.: +49 (0)3443 348008-0

Website: www.talanton.de

Bisher erschienen bei Talanton:
(Stand: 24.4.2012)

LAETITIA-Quartett: Joseph Haydn, CD-CoverLAETITIA-Quartett: Joseph Haydn – Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze
Das LAETITIA-Quartett spielt eine Bearbeitung der Passionsmusik Haydns, im Wechsel mit Lesungen der biblischen Texte, gesprochen von Johannes Jenichen, Superintendent der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Mittelsachsen.

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Les Haulz et les Bas: ad modum tubae, CD-CoverLes Haulz et les Bas: ad modum tubae

Diese Live-Aufnahme vom montalbâne-Festival 2009 bietet reichlich zeremoniellen Glanz und festliche Tanzmusik des Mittelalters, auf Busine, Davul und Dudelsack, Glocken, Pommer, Riq, Schalmei, Triangel, Timpani, Tamburello, Tammorra und Zymbeln!

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Ensemble Alta Musica: Amours me fait desirer - CD-CoverEnsemble Alta Musica: Amours me fait desirer

Ballate, Rondeaus und Virelais des ausgehenden 14. Jahrhunderts lassen die höfische Welt der Trouvères wieder auferstehen, in prachtvoll strahlenden Klängen.

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Naumburger Kammerchor, Mitteldeutsches Kammerorchester: Lettner-Passion. CD-CoverNaumburger Kammerchor, Mitteldeutsches Kammerorchester: Lettner-Passion – Passionsoratorium von Reinhard Ohse

Inspiriert von den Skulpturen im Westchor des Naumburger Doms komponierte Reinhard Ohse sein dramatisches, expressives Passionsoratorium.

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Ensemble Belladonna: Chanterai d’aquestz Trobadors. CD-CoverEnsemble Belladonna: Chanterai d’aquestz Trobadors

Eine weitere Live-Aufnahme vom montalbâne-Festival, aus dem Jahr 2006: Das Ensemble Belladonna führt mit Gesang, Fidel, Harfe, Glocke und Löffel zu den Wurzeln der Trobadorkunst im Okzitanien des 12. und 13. Jahrunderts.

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Ensemble IOCULATORES und Jörg Peukert: Der Erlauchte Fürst. CD-CoverEnsemble IOCULATORES und Jörg Peukert: Der Erlauchte Fürst

Lieder, Tänze und Dichtung rund um den Meißner Markgraf und Thüringer Landgraf Heinrich den Erlauchten, zur Sonderausstellung „Der Erlauchte Fürst – höfische Kultur zur Zeit des Naumburger Meisters“ im Museum Schloss Neuenburg in Freyburg/Unstrut.

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Theodora Baka, Ensembles Ex Silentio und Arkys: Nell’ autunno di Bisanzio. CD-CoverTheodora Baka, Ensembles Ex Silentio und Arkys: Nell’ autunno di Bisanzio

Eine CD über Guillaume Dufay, Meister des franko-flämischen Stils, und seine Beziehungen zur Kultur des christlichen Byzanz.

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Gudrun Hinze und Kollegen: PicCollage. CD-CoverGudrun Hinze und Kollegen: PicCollage

Auf der zweiten Solo-CD von Gudrun Hinze, der Piccoloflötistin des Gewandhausorchesters zu Leipzig, sind gleich drei Weltersteinspielungen zu hören – gemeinsam mit Musikern des Gewandhaus- und des MDR-Sinfonieorchesters sowie dem Pianisten Markus Zugehör.

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Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

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