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Verlinken verbieten?

Eigentlich w├Ąre ich von allein gar nicht mehr darauf gekommen, zu diesem Thema etwas zu schreiben – da aber eine Website aus dem – sagen wir – erweiterten Streicherbereich ­čśë gerade wieder mit einem Link-Verbot re-launcht wurde, kann ich es mir doch nicht verkneifen.

Was in dem Impressum steht, das ich meine, kann ich hier ruhig zitieren, denn es findet sich fast wortgleich in SEHR vielen Impressen der Netz-Welt:

Eine Verlinkung einzelner Seiten aus diesem Webauftritt ist nicht gestattet. Wird eine Verlinkung gew├╝nscht, so darf nur der gesamte Auftritt verlinkt werden, und zwar in der Weise, dass beim Klick auf die Verlinkung dieser gesamte Webauftritt in einem neuen Fenster erscheint.

Ich schreibe mal ein kurzes 1-2-3, warum so etwas nat├╝rlich vollkommener Humbug ist:

1) k├Ąmpft sich kein ernstzunehmender Linksetzer durch das Impressum der Seite, die er verlinken will, um evtl. diesbez├╝gliche Einschr├Ąnkungen aufzust├Âbern. Und selbst wenn – die Seite ist ├Âffentlich, man darf sie selbstverst├Ąndlich verlinken (Stichwort: Meinungsfreiheit).

2) verwechseln die Autoren bzw. Verwender dieser Klauseln vermutlich „verlinken“ mit „framen“, denn allein unter dieser Voraussetzung macht so etwas Sinn, wenn auch nur ganz theoretisch. „Framen“ bedeutet, dass man die komplette „verlinkte“ Website (oder einzelne Unterseiten) auf seiner eigenen Website anzeigen l├Ąsst, durch einen „Frame“. Sowas ist in vielen F├Ąllen sowieso ein Versto├č gegen das Urheberrecht und braucht nicht extra verboten zu werden (Stichwort: geltendes Recht).

3) Macht es in einer Zeit, in der alle ernstzunehmenden Webmaster auf der Suche nach Backlinks sind (und daf├╝r zum Teil teuer bezahlen) nun wirklich keinen Sinn, den Leuten das Linksetzen zu verbieten. Und wenn man aus Servicegr├╝nden eben eine Unterseite verlinken will und nicht die Startseite, dann soll man das doch d├╝rfen – es nutzt der verlinkten Seite am allermeisten.

Ok, soweit das Contra – was k├Ânnte, von seiner Wirkungslosigkeit einmal abgesehen, ├╝berhaupt f├╝r ein solches Verlinkungs-Verbot sprechen? Mir f├Ąllt da eigentlich nur ein Grund ein: wenn auf der Seite, auf der der Link gesetzt wird, mit dem Link eine unwahre Aussage ├╝ber die verlinkte Seite getroffen wird.

Z. B.: Der Violinsolist Peter Mustermann findet seine Website eines Tages auf der Website eines Kaninchenz├╝chtervereins verlinkt, auf einer Seite, die alle Mitglieder des Vereins auff├╝hrt und mit ihren evtl. Homepages verlinkt. Nun hei├čt ein Kaninchenz├╝chter zuf├Ąllig auch Peter Mustermann, und der Webmaster, der┬┤s nicht besser wusste, hat einfach die Seite von P. Mustermann, Violinist verlinkt. Das ergibt nat├╝rlich ein v├Âllig falsches Bild ­čśë Ein Fehler, den man aber nicht mit Verboten im Impressum bek├Ąmpft, sondern durch eine Mail oder einen Anruf, der den Irrtum aufkl├Ąrt.

Nun kann man sich nat├╝rlich auch Kontexte vorstellen, in denen so eine Linksetzung nicht irrt├╝mlich erfolgt; dagegen hat man dann durchaus rechtliche Mittel in der Hand, die wesentlich sch├Ąrfer sind, als ein dilettantisches Linkverbot im Impressum.

Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo admin!

    Ich kenne das auch – unter dem umgekehrten Vorzeichen, n├Ąmlich da├č Links zu anderen Webseiten unerw├╝nscht sind. Und zwar vom angeblich „gr├Â├čten deutschsprachigem Forum f├╝r Musiker“ und halte das f├╝r v├Âlligen Quatsch. Eine Begr├╝ndung: Man w├╝rde sich dadurch nicht „diskussionsfreudig“ zeigen. Wenn aber in einem inhaltsgleichen Thread eines „Konkurrenzforums“ sich schon 50 ├╝berwiegend kompetente Personen zu einem Thema ge├Ąu├čert habe, dann braucht man nicht alles nochmal widerk├Ąuen. Heute z.B. kam in jenem Forum eine Anfrage nach einer Liste mit Ba├čbauern in Deutschland. Habe ich – in einem anderen Forum. Soll ich jetzt ca. 50 Namen, Adressen, E-Mailadressen u.s.w. manuell ├╝bertragen? Daf├╝r habe ich keine Zeit und Lust, Link ist unerw├╝nscht, also habe ich geschrieben bei Interesse m├Âge man mir eine PN senden. Ganz sch├Ân doof.

    Gr├╝├če

    Thomas

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  2. nce

    Hallo Thomas, danke, Du sprichst mir aus der Seele! ­čÖé Ich finde diese Eifers├╝chteleien auch sinnlos. Leider leisten sich gerade Betreiber von „konkurrierenden“ Foren sowas gern mal untereinander. Klar: wenn jemand mit unsauberen Methoden versucht, ein Board zu st├Âren, um User abzuziehen, ist das nicht tolerierbar. Sowas kommt vor, habe ich auch schon als Co-Admin (eines Nicht-Musik-Forums) „live“ miterleben d├╝rfen … deshalb wei├č ich aber auch: solche ├ťberf├Ąlle erkennt man, und man kann etwas gegen sie tun. Einfach alle „Konkurrenzlinks“ untersagen halte ich f├╝r ├╝bervorsichtig, und es widerspricht doch auch dem Wesen des Internet. Wer spamt, gegen geltendes Recht oder die guten Sitten verst├Â├čt, bekommt ├ärger und/oder fliegt raus – alles andere ist erst mal in Ordnung.

    Wenn Du z. B. mal die einschl├Ągigen deutschsprachigen Streicher-Foren anschaust, haben die alle ziemlich unterschiedliche Schwerpunkte – werden von unterschiedlichen Leuten mit unterschiedlichen Interessen betrieben usw. usw. Ich pers├Ânlich finde das mehr als interessant. Wir bei violinorum haben deshalb ├╝berhaupt nichts dagegen, wenn jemand einen guten Thread auf geigen-forum.de verlinkt, oder bei Stefan Maus, oder auch bei geige24. Im Gegenteil: zu den Sachen, die in unseren Schubladen auf ihren virtuellen Geburtstag warten, geh├Ârt nat├╝rlich auch ein Linkverzeichnis zu einschl├Ągigen Medien, mit allem, was f├╝r Streicher interessant sein kann – inkl. der genannten Foren, und auch das der Viola da Gamba-Gesellschaft, das Celloforum des r├Ątselhaften „Saturn“ ­čśë … sorry, wer hier gerade fehlt, fehlt nicht absichtlich ­čśÄ

    In diesem Sinne: viel Spa├č und ertragreiche Diskussionen, wo auch immer!
    Nils

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