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Was ist unsere Geige wert?

Sehr geehrtes Forum,

ich würde gerne etwas über den Wert unserer alten Geige erfahren. Im Anhang einige Fotos (die helle Stelle auf der Rückseite ist lediglich etwas abgewetzt).
Kann jemand sagen ob die Geige was wert ist?

Mit freundlichen Grüßen,
M.

Autor:

Mitglied von violinorum.de

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Jean Trouvaille

    Vorweg immer der gleiche Hinweis. Online kann man keine wirkliche Schätzung machen. Manches unansehnliche Instrument wurde einfach (und tatsächlich) übermalt. Darunter kommt vielleicht ein italienischer Lack zum Vorschein…

    Hier würde ich aber sagen, es ist ein Deko-Instrument. Jedenfalls wird man es heutzutage nicht wieder zum Leben erwecken. Es war ein einfaches Manufakturinstrument mit einem verzierten Rand und einem Kopf statt Schnecke. Selbst, wenn man unterstellt, dass die Maße alle exakt eingehalten sind (würde mich wundern) und es keine wirklichen Schäden gibt (Bodenfuge ist aber vielleicht offen und Risse kann man auf den Fotos nicht erkennen) muß man sicher 400-500€ investieren und hat dann ein Instrument, was nicht viel Wert ist. Vielleicht lohnt es sich, wenn jemand aus der Familie darauf spielen will. Dann stört es vielleicht auch nicht, dass das Instrument „lediglich etwas abgewetzt“ ist… Meine Vermutung: verschenken geht. Vielleicht bezahlt auch jemand tatsächlich 30€. Deshalb wird sie dann eher an der Wand bleiben.
    Aber wie gesagt und immer wieder: wir sind im Netz und nicht im realen Leben.
    Jean Severin

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  2. Hallo Zeppelin!

    Ich bin Laie, mag aber Jean auf keinen Fall widersprechen. WICHTIG (wie in solchen Fällen immer!): Unterfüttert den Saitenhalter doch bitte mit einem Tuch oder entfernt ihn, damit er (und besonders der Feinstimmer) die Decke nicht zerkratzt!

    Grüße

    Thomas

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  3. Auch ich bin kein Fachmensch, aber ich habe in den letzten Monaten sehr viele alte Geigen besehen und angespielt. Daher bin ich mir fast 100%-ig sicher, dass diese Geige aus Sachsen kommt, bestimmt aus einer Manufaktur, wie Jean geschrieben hat, und ca. 1850-1900 gebaut wurde. Im Vergleich zu denen, die ich kenne, gibt es eine Besonderheit, das ist die zweite Einlage auf der Decke – ist auf dem Foto nur schwach zu erkennen, aber scheint für mich nicht bloß aufgemalt zu sein, oder? Hübsch sowas! Schade ist dass der Löwenkopf kaputt ist, der hat (nach meinem Wissen) eigentlich eine lange rote Zunge. Schaut mal nach ob da was abgebrochen ist.

    Ich glaub eigentlich, dass sich die Reparatur schon lohnen kann. Diese Geigen haben einen gewissen „Fankreis“ – bietet sie doch einfach mal konkret einem Geigenbauer oder einem Händler an. Oder mehreren :-] aber nur an einen verkaufen, gelle!

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  4. Vielen Dank für die fachmännischen Einschätzungen!

    Die Einlage ist in der Tat doppelt und nicht nur aufgemalt.

    Manufaktur hin oder her, auf jeden Fall ein schönes Stück Handwerkskunst.

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  5. nce

    Nachtrag: auch so ein Ding betrifft Geigenbögen – bei jedem zweiten eBay-Angebot sind sie bis kurz vor die Bruchgrenze gespannt. Sicher: um die meisten ist´s nicht schade, aber es tut schon weh …

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  6. Vielen Dank für den Hinweis mit dem Saitenhalter und die Infos zu den „Geschwistern“.

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  7. @ZEPPELIN Manufaktur hin oder her, auf jeden Fall ein schönes Stück Handwerkskunst.

    Hallo Zeppelin!

    Mit der „Handwerkskunst“ wäre ich etwas vorsichtig. Für die Randeinlagen stimmt das sicherlich. Durch den aktuellen Eintrag im Geigenlexikon und der Erwähnung, daß Schnecken heute auch CNC-gefräst werden scheint mir folgendes wichtig: Kopierfräsen für Decken und Böden sind ab 1904 belegt und ebenso gab es um diese Zeit auch bereits Kopierfräsen für Löwenköpfe – habe kürzlich einen entsprechenden Artikel gelesen, den ich im Netz aber nicht finde. Ein Löwenkopf alleine ist kein Qualitätskriterium für ein Streichinstrument, diese wurden auch früher schon maschinell hergestellt.

    Grüße

    Thomas

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  8. nce

    @Baßverspielter WICHTIG (wie in solchen Fällen immer!): Unterfüttert den Saitenhalter doch bitte mit einem Tuch oder entfernt ihn, damit er (und besonders der Feinstimmer) die Decke nicht zerkratzt!

    Das kann man wirklich nicht oft genug sagen! Hier ein Beispiel, wie das in Nullkommanix aussieht …

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