Suche
Suche Menü

Was kostet der Geigenunterricht?

Corilon violins Geigenbau

Im zweiten Teil unserer Basics zum Geigenunterricht geht es um den geheimen Herrscher der Welt: das Geld! Welche Kosten fallen für den Anfänger – Unterricht auf der Violine an?

Geigenunterricht, so ein häufig zu hörendes Vorurteil, sei nur etwas für Reiche. Zunächst die beruhigende Nachricht: das stimmt nicht! Ganz umsonst ist das Geige spielen zwar nicht zu erlernen, wenn man nicht gerade Lehrer und Geige in der Verwandtschaft hat. Die Belastung für den Violinunterricht lässt sich aber durchaus im Rahmen halten. Welche Posten sollte man mit welchen Beträgen einkalkulieren?

Zuerst sind da die Kosten für das Instrument: Die horrenden Preise, zu denen viele Geigen gehandelt werden, schrecken ab und erwecken den falschen Eindruck, man müsse sich erst eine Stradivari kaufen, um das Geigenspiel sinnvoll erlernen zu können. Natürlich: man braucht ein gutes Instrument, gerade am Anfang, mit dem man die ersten spieltechnischen Hürden ohne zu große Mühe überwinden kann. Dies muss aber nicht teuer sein! Der größte Anteil am hohen Preis teurer Geigen ist meist der Sammlerwert, den die Produkte berühmter Geigenbauer haben.

Dagegen gibt es unzählig viele sehr gut geeignete alte Geigen, deren Herkunft nicht bekannt ist oder die aus den klassischen Geigenbau-Zentren wie z. B. Markneukirchen oder Mirecourt stammen, wo im 19.-20. Jahrhundert zig-tausende Geigen im Manufakturbetrieb hergestellt wurden – speziell für die Bedürfnisse der aufblühenden Laien-Musikkultur. Darunter sind ausgezeichnete Instrumente, die man mit etwas Beratung z. B. durch den Geigenlehrer ausfindig machen kann. Für Preise weit unter 1.000 Euro kann man hier einen guten Kauf machen. Auch moderne Fabrikgeigen, z. B. aus China, erreichen nicht selten gute Qualität – sind aber eher Einwegprodukte, die man nach der ersten Anschaffung nur noch schwer wiederverkaufen kann.

Wem auch das aber zu viel ist, weil man etwa nicht weiß, wie es mit der Geigenkarriere des Kindes weitergehen wird, kann sich bei praktisch jeder Musikschule bzw. durch Vermittlung der meisten Lehrer ein Leihinstrument besorgen. Auch viele Geigenbauer bieten diesen Service an. Man bekommt ein passend ausgewähltes, richtig eingestelltes und überarbeitetes Instrument oft schon für eine Gebühr von 15,00 bis 20,00 Euro pro Monat, das man meist sogar unkompliziert gegen ein anderes umtauschen kann, wenn das Kind gewachsen ist und nach der 1/4-Geige nun die Größe 1/2 braucht.

Neben diesen Kosten werden Musikschul-Gebühren bzw. die Honorare eines privaten Lehrers fällig. Hier gibt es größere Unterschiede, man sollte also die vor Ort verfügbaren Angebote prüfen und vergleichen. Die Gebührenordnungen vieler Musikschulen sind auf ihren Internetseiten veröffentlicht. Je nach Ausrichtung und Anspruch der Schule, nach der Unterrichtsform (Einzel- oder Gruppenunterricht) und nach lokalen Gegebenheiten sollte man für den Musikschul-Unterricht zwischen 40,00 und 100,00 Euro pro Monat rechnen. In vielen Städten gibt es zudem Ermäßigungen, wenn man ein geringes Einkommen bezieht oder auf Unterstützung angewiesen ist!

Private Lehrer müssen nicht unbedingt teurer sein; gerade, wenn es eine Hochschule für Musik oder Musikpädagogik gibt, kann man über einen Aushang oder die studentische Jobvermittlung einen guten Lehrer finden. Tipp: Probestunde für den Unterricht vereinbaren! Wichtig ist auch, auf die geltenden Ferienregelungen zu achten: Muss man auch in Ferienzeiten, wenn der Geigenunterricht normalerweise ausfällt, weiterbezahlen, oder nur in Monaten, die man auch in Anspruch genommen hat?

Schließlich und endlich sollten werdende Geigeneltern auch berücksichtigen, dass Geigenunterricht nicht nur etwas Geld, sondern auch Zeit kostet. Jeder Musikpädagoge wird bestätigen, dass man ein Instrument am besten jeden Tag übt, und wenn es nur für eine Viertelstunde ist. Das bedeutet, dass man die Geige fest in den Tagesablauf einbauen sollte, und gerade bei sehr jungen Musikern im Kindergarten- oder Grundschulalter ist es hilfreich, wenn die Eltern an Unterricht und Üben teilnehmen – wenigstens manchmal. Auch wenn sie selbst kein Instrument spielen oder sich für ganz unmusikalisch halten: es motiviert und hilft über manche Mühe hinweg, wenn Mama, Papa und/oder Großeltern zuhören und die musikalische Entwicklung des Kindes begleiten.

Glücklicherweise ist Zeit ein Gut, das einem geschenkt wird, wenn man es sich nimmt 😉 und sei es mit Hilfe des Geigenunterrichts.

Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.