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Wieviel Zeit gönnt Ihr Euch für Einspielübungen?

Fragezeichen - die Mittwochsfrage auf violinorum.deWarm-ups gehören im Sport zum Standard-Routine-Programm jeder Übungseinheit – wer sie vernachlässigt, riskiert nicht nur schlechtere Trainingseffekte, sondern auch gesundheitliche Schäden. Es dauert nun mal eine Weile, bis das System Körper rund und organisch funktioniert – und entsprechend belastbar ist. Schludereien rächen sich hier meistens ziemlich rasch, z. B. in Form von Muskel- und Bänderproblemen.

Etwas anders sieht es bei Musikern aus. Obwohl doch alle von ihren ersten Unterrichtsstunden an beigebracht bekommen haben sollten, dass das tägliche Üben am besten mit ein paar Einspielübungen beginnt, lassen – so meine Beobachtung – viele ihre Warm-ups sträflich schleifen – oder machen in dieser wichtigen Phase ziemlich seltsame Dinge.

Dazu gibt es ganz verschiedene Strategien:

  • Mit Herz und Hirn schon bei Bach, Corelli & Co., schludert man ein paar Bogenübungen im Eiltempo herunter. Die linke Hand spielt dabei die Rolle eines Sekundanten, der die rasche Erledigung des ungeliebten Duell-Gegners mit ein paar schiefen Tönen garniert. Dasselbe gilt natürlich vice versa für Skalen, die wie schwäbische Spätzle vom Brett geschabt werden.
  • Ausgehend von der Gleichung „Einspielzeit = Technikzeit“ springt man einfach hops von der hohen Klippe hinab direkt in die Abgründe komplizierter Bogentechniken, krampfiger Doppelgriffe, anspruchsvoller Lagenwechsel und ähnlicher Herausforderungen. Wenn man sich genug gestresst hat, fühlt man sich fit für die richtige Musik.
  • Auch ziemlich beliebt: „Einspielen? Ja eigentlich … Ach komm, ich fang einfach mit dem langsamen Satz an.“

In unserer heutigen Mittwochsfrage interessiert uns nun nicht Eure Lieblingsausrede, mit der Ihr Euch um die Warm-ups herummogelt 😉 sondern nur die Zeit, die Ihr regelmäßig zum Einspielen aufwendet. Da diese natürlich besonders im Verhältnis zur Gesamt-Übzeit interessant ist, findet Ihr in der Klick-Abstimmung Prozentwerte – keine Minutenangaben. Das heißt also z. B.:

Wenn Ihr zwei Stunden übt, entsprechen

  • 10% einer Einspielzeit von 12 Minuten,
  • und 25% einer Zeit von 30 Minuten.

Klar: Gerade wenn man das Einspielen ernst nimmt, werden die Übergänge zur „eigentlichen Arbeit“ fließend. Und gewiss kann man auch in der Einspielphase ein hohes technisches Niveau erreichen und komplizierte Dinge gezielt trainieren. Auch das wäre so ein fließender Übergang.

Wie auch immer: Tipps für besonders gelungene Einspielphasen und andere inhaltiche Beiträge sind in der Diskussion willkommen – auch über die eine Woche hinaus, in der Ihr per Klick abstimmen könnt.

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Autor:

nce

Nils-Christian Engel ist Marketing-Mensch und begeisterter Amateur-Cellist

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hehsu

    Oh, ich glaube, Martina und du sprecht nicht von den gleichen Dingen.
    Einspielen muss schon sein, speziell jetzt dann im Winter wieder, wenn die Finger kalt sind.
    Wenn man ohne Aufwärmen sofort aufs Ganze geht, riskiert man unter Umständen schon sogar eine Sehnenscheidenentzündung, wenn man empfindlich ist.
    Wer natürlich ohnehin viele Stunden am Tag übt oder probt, auch mit Unterbrechungen zwischendurch, muss nicht jedesmal wieder von vorne aufwärmen, dann ist man eh schon eingespielt (sozusagen).

    Ich habe ausserdem noch nie einen Solisten gesehen und erlebt, der sich nicht eingespielt hätte, sowohl vor Proben, als auch vor dem Konzert.
    Das hat ja nichts mit Technik üben zu tun.

    Schönen Abend,
    Susanne

    Antworten

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